Mobile Beratung für Opfer
rechter, rassistischer
und antisemitischer Gewalt

Juri-Gagarin-Ring 96/98
99084 Erfurt
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Angsträume - Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Thüringen

Auf der Website der Ausstellung - www.angstraeume.ezra.de - gibt es weitere Informationen.

Es tut weh hinzuschauen, wenn Menschen Gewalt und Unrecht angetan wird. Die Ausstellung zeigt an verschiedenen Bei­spielen, wie alltaglich überall in Thüringen Gewalt aus rechten, rassistischen und antisemitischen Motiven ausgeübt wird, bis hin zur Ermordung von Menschen. Es ist schwer, diese Schilderungen auszu­ halten.

Hinschauen ist die Voraussetzung dafür, dass Unrecht wahrgenommen wird und sich Menschen auf die Seite derer stellen, die angegriffen, verletzt und ausgegrenzt werden. Wegschauen bedeutet dagegen, die Betroffenen allein zu lassen.

Liebe Besucherinnen und Besucher der Ausstellung, ich bitte Sie darum hin­ zuschauen und weiß, dass es schwer ist. Das Motto und die Forderung »Nächstenliebe verlangt Klarheit!« ist aktueller denn je in einer Zeit, in der die Stimmen derer immer lauter werden, die eine offene Gesellschaft genauso ablehnen wie Hilfe für Menschen auf der Flucht.

Nach biblischem Verständnis hat Gott alle Menschen nach seinem Bild geschaf­fen. Darin gründet sich die Würde jedes Menschen. Sie ist ein unveräußer­liches Menschenrecht, das für alle Menschen in gleicher Weise gilt. Gott ist ein Gott der Liebe und nicht des Hasses, ein Gott des Lebens und nicht der Zerstörung von Leben. Es ist unsere Pflicht, gegen die Abwertung und Missachtung von Menschen aufzustehen und der Gewalt klar und entschieden entgegen zu treten.

Ich wünsche uns allen die Klarheit und die Kraft dafür.

 Landesbischöfin Ilse Junkermann (Schirmherrin der Ausstellung)

Die als Wanderausstellung konzipierte Dokumentation basiert auf 14 Fällen rechter Gewalt, die sich zwischen 2012 und 2015 an verschiedenen Orten in Thürin­gen ereignet haben. Sie markieren einen Querschnitt verschieden motivierter Angriffe und Formen rechter Gewalt. Die Tatorte befinden sich in fast allen Regi­onen Thüringens. Alle Angriffe sind ezra, der mobilen Beratung für Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Thüringen, bekannt und wurden in weiten Teilen auch von ezra bearbeitet. Zudem will die Ausstellung an die 8 Todes­opfer rechter Gewalt in Thüringen erin­nern, die unabhängige Organisationen seit 1990 wahrgenommen haben.

Das Anliegen der Ausstellung ist es, für die Alltäglichkeit rechter Gewalt zu sensibilisieren. Einige Formen von Gewalt werden dauerhaft, andere subtiler oder bedrohlicher ausgeübt. Viele Fälle erfahren keine Öffentlichkeit. Rechte Gewalt ist an vielen Orten alltäglicher und weiter ver­breitet, als die öffentliche Darstellung vermuten lässt.

Bei der Zählung der Todesopfer rechter Gewalt zeigt sich eine besonders starke Abweichung zwischen staatlichen Behör­den auf der einen Seite und unabhängi­gen Organisationen und Journalist_innen auf der anderen Seite. Von den in der Ausstellung aufgeführten Todesopfern rechter Gewalt ist nach wie vor lediglich eines staatlich anerkannt. Die Ausstel­lung möchte dazu beitragen, dass diese Menschen in Erinnerung bleiben.

Für die Betroffenen bedeuten Angriffe – in welcher Form auch immer – tiefe Einschnitte in ihr vertrautes Leben. Es entstehen subjektiv wahrgenommene »Angsträume«, die individuell erlebt wer­den. »Angsträume« können auch für ganze Gruppen aus einem permanenten Szenario der Bedrohung heraus entste­hen. Besonders schwierig ist die Situation für Betroffene, die aus Motiven gruppen­bezogener Menschenfeindlichkeit in der Kneipe, im Supermarkt oder in den eigenen vier Wänden angegriffen werden: Für sie wird die persönliche Lebenswelt zu einem »Angstraum«.

Ausstellung ausleihen

Sie haben Interesse, die Ausstellung auszuleihen? Dann melden Sie sich einfach bei uns:

ezra – Mobile Beratung für
Opfer rechter, rassistischer und
antisemitischer Gewalt in Thüringen
Juri-Gagarin-Ring 96/98
99084 Erfurt
03 61 – 2186 5133
ausstellung(at)ezra.de
www.angstraeume.ezra.de

Umfang der Ausstellung

Die Ausstellung besteht aus 13 Stellwänden (ca. 95 cm x 120 cm plus Ständer in Höhe von 180 cm), die beidseitig bedruckt sind. Um sie aufstellen zu können, ist ein Raum von ca. 10 x 6 Meter (ca. 60 m2) einzuplanen. Die Stellwände und Ständer sind in Transporttaschen verpackt. Des Weiteren gehört zur Ausstellung eine Medienstation. Hierfür wird ein 220­Volt­ Anschluss benötigt.

Dauer der Ausleihe

Die Ausstellung kann in der Regel für zwei bis vier Wochen entliehen werden.

Versicherung

Die Ausstellung muss für die Dauer der Ausleihe von der_m Ausleiher_in versichert werden. Die Haftung bei etwaigen Schäden liegt bei der_m Ausleiher_in.

Pädagogisches Begleitmaterial

Wenn die Ausstellung auch für die (sozial­)pädagogische Arbeit mit Gruppen oder Klassen genutzt werden soll, kann dafür das eigens entwickelte Begleitmate­rial eingesetzt werden. Gern kann mit ezra Rücksprache gehalten werden, wie sich eine Begleitung konkret gestalten lässt.

Ausleihgebühr

Eine Ausleihgebühr wird nicht erhoben.

Ansprechpartner_in vor Ort

Vor Ort wird für die Dauer der Ausstellung ein_e Ansprechpartner_in benötigt,
der_die für Auskünfte und Rückfragen zur Verfügung steht.

Öffentlichkeitsarbeit

Damit die Ausstellung größtmögliche Beachtung findet, werden die Akteur_innen vor Ort gebeten, die Ausstellung durch Pressearbeit und Werbung bekannt zu machen. Von ezra können Plakate und Flyer zur Verfügung gestellt werden. Außerdem ist es möglich, Mitarbeiter_innen von ezra für gemeinsame Veranstaltungen anzufragen (bspw. zur Eröffnung der Aus­stellung).

Transport

Die Ausstellung muss bei ezra bzw. beim letzten Ausstellungsort (bei direkt aufein­ anderfolgenden Ausleihen) abgeholt und wieder zum ezra­ Bürostandort transpor­tiert werden. Für den Transport wird eine Ladenfläche von mindestens 110 x 130 cm und eine Höhe ca. 120 cm benötigt (möglich ist der Transport in Fahrzeugen wie z. B. dem Kleintransporter VW Caddy o. ä.).

Ausleihvertrag

Für die Zeit der Ausleihe wird ein Vertrag mit ezra geschlossen.

Fotos von der Ausstellung:


Termine der Ausstellung (Änderungen vorbehalten):

Der Flyer zum Download

Die pädagogische Begleitbroschüre zum Download:

Weitere Informationen:

www.angstraeume.ezra.de