Mobile Beratung für Opfer
rechter, rassistischer
und antisemitischer Gewalt

Juri-Gagarin-Ring 96/98
99084 Erfurt
Tel  03 61 – 2186 5133
Fax 03 61 – 2186 3013

info(at)ezra.de

Kontaktformular


alle aktuellen News
archivierte News


Opferberatung ezra: "Täter müssen zur Verantwortung gezogen werden" Prozessbeginn gegen Neonazi-Schläger von Ballstädt

Am morgigen Mittwoch (2.12.) beginnt am Landgericht Erfurt der Prozess um den Neonazi-Angriff auf eine Feier der Kirmesgesellschaft in Ballstädt (Landkreis Gotha). Der Angriff im Februar 2014 habe gezeigt, mit welcher Brutalität die rechte Szene gegen politische Gegner vorgehe, sagt Franz Zobel von ezra, der mobilen Beratung für Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Thüringen:

"Der anfangs noch von der Polizei als "Kirmesschlägerei" abgetane Angriff war minutiös geplant und steht für die Militanz und Gewalttätigkeit der Thüringer Neonazi-Szene. Für die zahlreichen Betroffenen bietet der Prozess nun die Chance, dass die Täter und die Täterin für ihr Handeln zur Verantwortung gezogen werden."

Bei dem Angriff am 9. Februar 2014 wurden zehn Menschen verletzt, zwei davon schwer. Die Bilder vom Tatort hatten in Politik und Gesellschaft für Entsetzen gesorgt. Für die Betroffenen und einige der Zeuginnen und Zeugen habe der Angriff psychische Folgen, die bis in die Gegenwart reichten, so Zobel:

"Die vergangenen Monate waren für die Betroffenen eine Zumutung. Nicht nur dass die Täter frei herumlaufen konnten und Begegnungen in dem kleinen Ort nicht auszuschließen waren. Nicht nachvollziehbar war auch, dass die Neonazi-Immobilie "Gelbes Haus" weiter bestehen blieb, obwohl sie in direktem Zusammenhang mit den Tätern steht."

In der Immobilie in Ballstädt wurde im Dezember 2014 ein Rechts-Rock-Konzert aufgelöst. Bei der anschließenden Hausdurchsuchung wurden neben Propagandamaterial auch Schlagstöcke und Quarzhandschuhe gefunden. 

Für die Betroffenen sei der anstehende Prozess eine große Herausforderung, sagt Franz Zobel von ezra: "Es bedeutet für Opfer rechter Gewalt hohen psychischen Stress, den Tätern während der Zeugenaussage gegenüber zu treten. So sind zum Beispiel Repressionen durch die Täter und deren Umfeld nicht auszuschließen. Gerade deshalb ist eine breite gesellschaftliche Solidarität umso wichtiger."

Mehrere Betroffene sowie Zeuginnen und Zeugen sind bei ezra in Beratung. Die Opferberatung begleitet, unterstützt und berät sie während des gesamten Gerichtsprozesses. Zudem wirbt sie auch um Spenden an den Opferhilfsfonds von ezra, um die Betroffenen direkt unterstützen zu können. Unter anderem fallen Kosten für anwaltliche Vertretung und Zeugenbeistand an.

Die Opferberatung ezra arbeitet in Trägerschaft der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM). Seit April 2011 unterstützt die Beratungsstelle Menschen, die angegriffen werden, weil Täter sie einer von ihnen abgelehnten Personengruppe zuordnen. Gefördert wird ezra im Rahmen des Thüringer Landesprogramms für "Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit" und des Bundesprogramms "Demokratie leben! - Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit".

 

Spendenkonto: Opferberatung bejm

IBAN: DE60 5206 0410 0008 0048 20

BIC: GENODEF1EK1

Bank: Ev. Kreditgenossenschaft e.G.

Verwendungszweck: "Ballstädt" 


archivierte News


Veranstaltungen

Keine Artikel in dieser Ansicht.